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Aufwachsen in anderen Ländern

Im Unterrichtsfach "Glück" befassen wir uns in der sechsten Klasse mit der Situation von Kindern in fremden Ländern. Ausgehend von der UN-Kinderrechtskonvention durften sich die Schülerinnen und Schüler ein Land heraussuchen, um über die dortige Lebensituation der Heranwachsenden zu recherchieren. Ihre Ergebnisse präsentieren sie gerade vor ihren Klassen und zeigen dabei - ganz nebenbei - wie technisch versiert und verantwortungsvoll sie mit Fakten und Bildern umgehen können.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Maggie Margret Mburu aus Kenia, die von ihrer Kindheit und Schulzeit berichtete.
In ausgezeichnetem Deutsch berichtete die junge Frau von ihrem Alltag, der morgens um 3:30 Uhr mit dem Schüren des Feuers und dem Füttern der Tiere ihrer Großmutter begann, woran sich ein 4km-Fußmarsch anschloss, um pünktlich zum Schulstart um 6 Uhr fürs Singen der Nationalhymne zugegen zu sein. Ein Zuspätkommen wollte niemand riskieren - die Folgen wären schmerzhaft, denn körperliche Züchtigungen seitens der Lehrkräfte sind in Kenia an der Tagesordnung. Gleiches droht denjenigen, die beim anschließenden Frühsport trödelt: Als letztes läuft immer eine Aufsicht, den Rohrstock sehr schlagkräftig in der Hand.
Spätestens jetzt hatten alle in der 6a verstanden, dass unsere Selbstverständlichkeiten für andere Menschen genau dies nicht sind. Kaum entdeckten wir Ähnlichkeiten zu unserem Leben - es gibt in Kenias Schulen ebenfalls keine Hausaufgaben - da zerstob diese Normalität schon wieder an der Wirklichkeit des ostafrikanischen Lands: Schulschluss ist um 18 Uhr, gefogt vom Heimweg samt nicht immer ungefährlicher Flußüberquerung und abends das Melken der Tiere und die Arbeit auf dem Feld. Wer seinen Schulstoff nicht in der vorgegebenen Zeit erledigt, muss am nächsten Morgen mit bloßen Beinen auf spitzen Steinen knien. 
Es gab viel zu erfahren: Wie es sich lebt ohne Handy und Internet, ohne Strom und fließend Wasser, ohne Frühstück, falls das Feuer zu nass zum Entfachen ist. Wie es sich lernt in großer Strenge und unter strikter Kontrolle - und ohne Haare, denn diese werden allen Schülerinnen und Schülern geschoren, weil die Zeit fürs Frisieren fehlt.
Erfahren haben wir aber auch von dem Mut und der inneren Stärke dieser noch nicht 30-jährigen Frau, die ein Internat besuchte, ein Elektrotechnikstudium absolvierte und sich dennoch für die  Arbeit mit Menschen entschied - auch wenn dies bedeutete, der Heimat den Rücken kehren zu müssen und als Aupair nach Deutschland zu ziehen. Hier fand sie bei ihren Arbeitgebern eine zweite Familie, die ihr half, einen Ausbildungsplatz im Krankenhaus zu erhalten, um ihrem Berufswunsch wieder ein Stück näher zu kommen.
Ob sie denn kein Heimweh habe? Hier verliert Maggies Strahlen kurz seinen Glanz. Natürlich habe sie Heimweh. Nach dem Bruder in den USA. Nach Mutter, Schwester, Großmutter und Urgroßmutter (114 Jahre und immer noch selbstständig!) in Kenia. Aber - jetzt leuchten die Augen wieder - sie habe liebe Menschen hier in Deutschland gefunden, an die sie sich mit allem Kummer wenden kann. Und wir verstehen, dass sie trotz - oder wegen - der Anstrengunen in ihrer Kindheit eine innere Stärke entwickelt hat, ihren eigenen Weg zu gehen.
Wir bedanken uns sehr bei Maggie und Sophie, ihrer deutschen "Schwester", für diese Schulstunde, die wie im Flug verging und uns viele Denkanstöße für unser eigenes Leben mitgegeben hat.