Manchmal genügt ein einziger Tag, um Geschichte lebendig werden zu lassen und eine Sprache plötzlich ganz selbstverständlich anzuwenden. Genau das erlebten unsere siebten Klassen beim diesjährigen Sprachentag. Während unsere Lateiner auf römischen Spuren durch Mainz wanderte, tauchten unsere Französischklassen in das besondere Flair Straßburgs ein. Beide Gruppen kehrten mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Geschichten und bester Laune nach Weinheim zurück.
Für unsere Lateinschülerinnen und -schüler ging es also nach Mainz, das in der Römerzeit unter dem Namen „Mogontiacum" zu den wichtigsten Militärstandorten nördlich der Alpen gehörte. Von hier aus wurde die römische Grenze am Rhein gesichert, und die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden Verwaltungs- und Handelszentrum.
Gemeinsam mit David Oster vom Verein „Geographie für alle“ erkundeten unsere Siebener die Stadt auf ganz besondere Weise. In drei „Legionen“ aufgeteilt, zogen sie zwei Stunden lang durch Mainz und lösten an verschiedenen Stationen spannende Aufgaben. Das imposante römische Theater, einst eines der größten nördlich der Alpen, und die monumentale Grabstätte des Feldherrn Drusus gehörten ebenso dazu wie viele kleine Entdeckungen am Wegesrand. Für jede erfolgreich gemeisterte Aufgabe gab es „Goldsteine“, und am Ende wartete als besondere Auszeichnung sogar das römische Bürgerrecht – natürlich mit einem Augenzwinkern. Geschichte wurde so nicht nur erzählt, sondern spielerisch erlebt.
Nach der Führung blieb noch Zeit, die Innenstadt auf eigene Faust zu erkunden, gemeinsam essen zu gehen oder durch die Geschäfte zu bummeln, bevor es mit vielen neuen Eindrücken zurück nach Weinheim ging.
Unsere Französischklassen machte sich derweil auf den Weg nach Straßburg, einer Stadt, die wie kaum eine andere für die Begegnung zweier Kulturen steht. Mal deutsch, mal französisch geprägt, verbindet die Hauptstadt des Elsass heute ihre bewegte Geschichte mit europäischem Gedanken. Nicht ohne Grund befinden sich hier bedeutende Einrichtungen wie das Europäische Parlament oder der Europarat.
Bei einer Stadtrallye entdeckten unsere Schülerinnen und Schüler historische Bauwerke und kamen dabei immer wieder selbst ins Gespräch. In einer Bäckerei oder einem Restaurant haben sie nicht nur das Menü gelesen, sondern auch auf Französisch bestellt und nachgefragt. So zeigte sich schnell: Die Sprache aus dem Unterricht funktioniert auch außerhalb des Klassenzimmers – und zwar erstaunlich gut.
Anschließend blieb Zeit, das französische Lebensgefühl zu genießen: eine „glace" in der Sonne, ein Besuch in der „pâtisserie" oder frisches Obst vom Markt. Den Abschluss bildete eine Bootsfahrt mit dem „Batorama" auf der Ill. Vom Wasser aus eröffnete sich ein ganz neuer Blick auf die malerische Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und auf das moderne Europaviertel. Trotz sommerlicher Temperaturen blieb die Stimmung den ganzen Tag über entspannt und fröhlich.
Der Sprachentag zeigte eindrucksvoll, dass Latein und Französisch weit mehr sind als Unterrichtsfächer. Sie eröffnen Zugänge zu anderen Zeiten, Ländern und Kulturen, wecken Neugier und machen Lust darauf, die Welt mit offenen Augen zu entdecken. Und genau solche gemeinsamen Erfahrungen bleiben oft noch lange in Erinnerung.
Vielen Dank an Frau Carone und Herrn Linse sowie Frau Heintz für die Organisation, Begleitung und die Freude, die sie an ihren Sprachen wecken!













