Wenn sich gespannte Stille über die Mensa legt und selbst sonst lebhafte Sechstklässlerinnen und Sechstklässler mucksmäuschenstill zuhören, dann kann das nur eines bedeuten: Es ist wieder Zeit für unseren traditionellen Lesewettbewerb! Auch in diesem Schuljahr wurde er im Deutschunterricht vorbereitet und schließlich mit viel Aufregung, Mut und Begeisterung ausgetragen.
Der Weg auf die große Bühne begann zunächst ganz vertraut im Klassenzimmer. Dort stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Lieblingsbücher vor und lasen ausgewählte Textstellen vor. Unterstützt von ihren Deutschlehrerinnen lernten sie, worauf es beim Vorlesen wirklich ankommt: nicht nur auf korrektes Lesen, sondern auch auf eine passende Geschwindigkeit, eine lebendige Betonung und den Mut, mit der eigenen Stimme Bilder im Kopf der Zuhörenden entstehen zu lassen. Die Klassenkameradinnen und -kameraden hörten aufmerksam zu und gaben ihre Einschätzungen auf Bewertungsbögen ab – eine Aufgabe, die Konzentration und Wertschätzung gleichermaßen erforderte.
Die beiden Klassenbesten jeder sechsten Klasse durften schließlich den nächsten großen Schritt wagen: den Auftritt in der Mensa vor allen Sechsern. Für viele bedeutete dies einen echter Sprung ins kalte Wasser – und zugleich eine großartige Chance. Vor so großem Publikum zu stehen, das eigene Buch vorzustellen und dann souverän vorzulesen, verlangt Mut, Selbstvertrauen und eine Portion Lampenfieber-Resistenz. Umso beeindruckender war, wie ruhig und konzentriert die Vorleserinnen und Vorleser ihre Auswahl präsentierten. Zuvor erklärten sie den Kontext ihrer Textpassage und machten deutlich, warum ihr Buch lesenswert ist – beste Werbung fürs Lesen mitinbegriffen!
Eine besondere Herausvorderung wartete im zweiten Teil des Wettbewerbs auf Vortragenden: Nun galt es, eine unbekannte Textstelle vorzulesen. Hier zeigte sich, wer flexibel reagieren, flüssig lesen und spontan Sinn und Stimmung eines Textes erfassen konnte. Auch diese Aufgabe meisterten die jungen Lesekünstlerinnen und -künstler mit Bravour. Kleine Versprecher wurden souverän überspielt, schwierige Stellen mutig gemeistert – und das Publikum honorierte die Leistungen mit großer Aufmerksamkeit.
Dieser Lesewettbewerb ist weit mehr als eine Vorleseübung. Er stärkt die Persönlichkeitsentwicklung, fördert Selbstbewusstsein und zeigt unseren Sechsern, welches Potenzial in ihnen steckt. Gleichzeitig macht er deutlich, wie wichtig Zuhören, Respekt und gegenseitige Anerkennung sind. Am Ende gab es zwar Gewinnerinnen und Gewinner, doch eigentlich haben alle gewonnen: an Erfahrung, an Selbstvertrauen und an Freude am Lesen. Ein Wettbewerb, der Mut macht – und Lust auf viele weitere Geschichten!
Vielen Dank an Frau Blau, Frau Grünewald und Frau Paulsen für die Organisation und mutmachende Begleitung unserer sechsten Klassen!
Vorlesewettbewerb











