Lernen passiert nicht nur im Klassenzimmer. Es geschieht dort, wo junge Menschen ins Staunen geraten, lachen, zweifeln, sich wiedererkennen oder zum ersten Mal begreifen, dass Kunst Fragen stellt, auf die es keine einfachen Antworten gibt.
Am 28. November 2025 besuchte unsere Theater-AG der Oberstufe das Junge Nationaltheater Mannheim, um sich das Stück „Mutter Dili – alle Farben meiner Sprachen“ anzuschauen – ein modernes, intensives und zugleich sehr persönliches Stück. „Sprache beginnt zuhause“, heißt es darin. Doch was ist, wenn man in mehreren Sprachen zuhause ist? Wenn jede Sprache ein anderes Ich hervorbringt? Wann taucht mein deutsches Ich auf, und wann das meiner Muttersprache? Das Stück, autobiographisch geschrieben und gespielt, nähert sich diesen Fragen mit Humor, Tiefe und viel Gefühl. Es zeigt, wie Sprache Identität formt – und dass in Mehrsprachigkeit nicht Verwirrung liegt, sondern Reichtum.
Das Stück bestach mit schnellen Szenenwechseln, modernen Elementen und einer großen Portion Energie. Einige Passagen sorgten für echtes Schmunzeln, andere wiederum ließen es still werden im Saal. Themen wie Herkunft, Verantwortung und das Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft wurden eindrucksvoll auf die Bühne gebracht.
Besonders spannend war das anschließende Gespräch mit den Schauspielerinnen und Schauspielern. Die Schülerinnen und Schüler konnten Fragen stellen: Wie entsteht ein Stück? Wie fühlt es sich an, auf der Bühne zu stehen? Die Antworten machten deutlich, dass Theater nicht nur Unterhaltung ist, sondern auch Auseinandersetzung – mit sich selbst, mit der Welt, mit den eigenen Werten.
Zurück in der Schule blieb mehr als nur die Erinnerung an eine gelungene Aufführung. In der nächsten AG-Stunde wurde noch viel über das Stück diskutiert – über Lieblingsszenen, Überraschendes oder über die Frage, warum Kunst uns manchmal besser versteht, als wir selbst es können.
Solche Erlebnisse sind Teil dessen, was uns am PGW wichtig ist: Unsere Schülerinnen und Schüler stehen im Mittelpunkt. Sie sollen die Welt erleben, hinterfragen und mitgestalten. Theaterbesuche wie dieser fördern Empathie, Perspektivwechsel und gemeinsames Nachdenken – Fähigkeiten, die weit über den Unterricht hinausreichen. Wir wollen Räume zu schaffen, in denen Neugier wächst, Gemeinschaft spürbar wird und Lernen Spaß macht. Wenn unsere Schülerinnen und Schüler mit einem Lächeln, einem neuen Gedanken oder einer guten Frage aus dem Theater kommen – dann wissen wir, warum wir machen, was wir machen.
Vielen Dank an unseren Theaterpädagogen Herrn Gahrmann, der diesen Theaterbesuch organisiert hat!
Sprache(n) als Heimat
