Projektwoche: #everynamecounts oder: Nummern einen Namen geben
Auch in diesem Schuljahr führten unsere neunten Klassen das Projekt „Name statt Nummer“ durch, das seit fünf Jahren einen festen Bestandteil unsere schulischen Erinnerungsarbeit ausmacht. Diese intensive Projektarbeit bedeutet im Rahmen unserer klar strukturierten Ganztagsorganisation einen erheblichen planerischen und personellen Aufwand. Gerade deshalb ist die Projektwoche eine bewusste Entscheidung: Wir nehmen diesen Aufwand gerne in Kauf, weil wir überzeugt sind, dass demokratische Bildung Zeit, Raum und Konzentration braucht – und nicht zwischen Stundenpläne „hineinrutschen“ sollte.
Im ersten Teil der Projektwoche erhielten die Schülerinnen und Schüler nach einer kurzen historischen Einführung die Möglichkeit, aktiv am Crowdsourcing-Projekt #everynamecounts (Link: https://everynamecounts.arolsen-archives.org/) mitzuwirken. Im Mittelpunkt stand die Auswertung historischer Originaldokumente, insbesondere Gefangenenkarten ausländischer Häftlinge aus NS-Konzentrationslagern. Die Schülerinnen und Schüler sichteten die Dokumente sorgfältig und übertrugen die enthaltenen Informationen über eine digitale Eingabemaske in die Datenbank der Arolsen Archive. Dadurch werden die Daten für die weltweit größte Datenbank zur Aufarbeitung der Schicksale von NS-Verfolgten dauerhaft zugänglich gemacht. So leisten sie einen wichtigen Beitrag zur historischen Forschung sowie für Familien, die noch heute nach Spuren ihrer Angehörigen suchen.
Im zweiten Teil der Projektwoche recherchierten die Schülerinnen und Schüler selbstständig in Gruppen zu einem im KZ Mittelbau-Dora inhaftierten französischen Zwangsarbeiter. Grundlage waren Dokumente aus den Arolsen Archive und online zugängliche Forschungsliteratur. Darüber hinaus nahmen die Schülerinnen und Schüler eigenständig Kontakt zu Archiven, Ämtern und Forschungseinrichtungen auf, um zusätzliche Hinweise zu einzelnen Schicksalen zu erhalten.
Ihre Ergebnisse bereiteten sie kreativ auf. Teile der Arbeiten werden im Rahmen von „MOSAIK“ in der Umkleide der Turnhalle ausgestellt. Im Nachgespräch äußerten die Schülerinnen und Schüler, dass sie den besonderen Mehrwert des Projekts vor allem darin sahen, dass nicht statistische Opferzahlen im Mittelpunkt standen, sondern individuelle Einzelschicksale erkennbar wurden. Dadurch wurde das Leid der einzelnen Menschen für sie deutlich stärker erfahrbar.
So wird sichtbar: Hinter jeder Nummer steht ein Mensch mit einer eigenen Geschichte. Gerade in einer Zeit, in der die Bedeutung demokratischer Werte besonders deutlich wird, besitzt diese Projektarbeit immense Strahlkraft: Sie macht Geschichte greifbar und zeigt, dass Erinnerung eine Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft bedeutet.





















































































