Wenn Neugier auf Forschungsgeist trifft!
Mit der Umstellung auf G9neu haben wir in den fünften und sechsten Klassen ein neues Fach eingeführt: Naturphänomene – kurz NPH. Die Idee: Naturwissenschaft nicht in Einzelfächern denken, sondern interdisziplinär, projektbasiert und von den Fragen der Kinder ausgehend. NPH ist bewusst unbenotet – im Mittelpunkt stehen nicht Noten, sondern echte Neugier, individuelle Interessen und der Mut zum Ausprobieren. So entsteht ein ganz anderer Zugang zu den Naturwissenschaften.
Wie sich dieser Ansatz in der Praxis bewährt, zeigte sich in diesem Schuljahr zum ersten Mal: Die sechsten Klassen präsentierten ihre Forschungsprojekte in der Mensa – und machten die Premiere gleich zum vollen Erfolg.
Über mehrere Wochen entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Forschungsfragen – ganz ohne vorgegebenes Thema. Was zunächst wie ein großes Abenteuer begann („Was will ich eigentlich herausfinden?"), wurde schnell zu einem echten Forschungsprozess: planen, ausprobieren, verwerfen, neu denken. Den Grundstein dafür legten angeleitete Experimente zur Wärmeisolation zu Beginn des Schuljahres. Dabei lernten die Kinder, wie man gute Fragen stellt, Hypothesen formuliert und Ergebnisse auswertet. Diagramme entstanden nicht abstrakt, sondern immer im Zusammenhang mit eigenen Beobachtungen – ein Ansatz, der Verständnis schafft.
Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Von raffinierten Seilzügen über funktionierende Wasserräder bis hin zu Untersuchungen rund um Magnetismus war alles dabei – nah an der Lebenswelt der Kinder, kreativ und oft mit überraschendem Aha-Effekt. Nicht jedes Experiment lief von Anfang an rund, doch gerade im Umgang mit Rückschlägen liegt ein wichtiger Teil des Lernens: dranbleiben, Lösungen suchen, aus Fehlern neue Ideen entwickeln. Bei der Präsentation in der Mensa zeigten die jungen Forscherinnen und Forscher dann, was in ihnen steckt. Eingeladen waren die fünften Klassen, Lehrkräfte und interessierte Schülerinnen und Schüler aus anderen Jahrgängen. In konzentrierter Atmosphäre erklärten unsere Sechser ihre Projekte, führten Experimente vor und beantworteten Fragen – sichtbar stolz auf ihre Arbeit.
Der Mehrwert geht weit über naturwissenschaftliches Grundwissen hinaus. Durchhaltevermögen, akribisches Arbeiten und der konstruktive Umgang mit Scheitern wachsen ganz nebenbei. Vor allem aber erleben die Kinder, dass ihre eigenen Ideen zählen – ein Gefühl von Selbstwirksamkeit, das weit über den Unterricht hinaus wirkt. Wissen, Können und Persönlichkeit werden gleichermaßen gefördert. Die NPH-Präsentationen haben gezeigt, was möglich wird, wenn Schule Raum für echtes Forschen öffnet – fächerübergreifend, unbenotet und getragen von den Ideen der Kinder selbst. Vielleicht liegt hier ja der Grundstein für die nächste Generation kleiner großer Forscherinnen und Forscher.
Vielen Dank an dieser Stelle an Frau Mink und Herrn Rudolf, Frau Behnam und Herrn Brems sowie Herrn Metzner und Frau Schimmel – Ihre Begeisterungsfähigkeit war ansteckend!

















