Es gibt Reisen und Ausflüge, an die man sich wegen eines besonders schönen Ausblicks erinnert. Andere bleiben wegen eines guten Essens im Gedächtnis. Und dann gibt es die Abschlussfahrt unserer beiden zehnten Klassen nach Paris – weil sie von allem etwas hatte und gleichzeitig den Startschuss für einen neuen Abschnitt setzte.
Denn mit der Rückkehr aus Frankreich beginnt für unsere Zehntklässlerinnen und Zehntklässler - nach den wohlverdienten Sommerferien - nicht nur die letzte Etappe ihrer Schulzeit. Aus zwei Klassen wird eine gemeinsame Kursstufe – mit neuen Leistungsfächern, neuen Lerngruppen und dem gemeinsamen Ziel Abitur. Kaum ein Ort eignet sich besser für diesen Übergang als eine Stadt, die seit Jahrhunderten für Kultur, Geschichte und neue Perspektiven steht.
Schon die Anreise mit dem ICE sorgte für Vorfreude. Nach dem Einchecken im Hostel ging es ohne lange Verschnaufpause direkt hinein ins Pariser Leben. Den Auftakt bildete eine Bootsfahrt auf der Seine. Vom Wasser aus zeigte sich die französische Hauptstadt von ihrer wohl elegantesten Seite: Notre-Dame, Musée d'Orsay, Grand Palais und viele weitere Wahrzeichen zogen gemächlich vorbei und machten deutlich, warum Paris oft als Freilichtmuseum bezeichnet wird. Anschließend wartete der wohl berühmteste Bewohner der Stadt. Der Eiffelturm, ursprünglich zur Weltausstellung 1889 errichtet und anfangs durchaus umstritten, gehört heute zu den bekanntesten Bauwerken der Welt – und bot unseren Schülerinnen und Schülern einen beeindruckenden Blick über die Millionenmetropole.
Am nächsten Tag stand der Louvre auf dem Programm. Zwischen Mona Lisa, antiken Skulpturen und monumentalen Gemälden zeigte sich schnell: Ein einziger Vormittag reicht bei Weitem nicht aus, um eines der größten Kunstmuseen der Welt vollständig zu entdecken. Umso spannender wurde die eigens vorbereitete Rallye, die den Blick immer wieder auf besondere Details lenkte. Anschließend ging es in den Jardin des Tuileries, wo unsere Zehner Picknickdecken ausbreiteten, Karten spielten, lasen oder einfach die Sonne genossen. Und weil Paris an diesem Wochenende ganz im Zeichen der Tour de France stand, bekamen viele sogar noch das Fahrerfeld live zu Gesicht – ein unerwartetes Extra auf der ohnehin abwechslungsreichen Reise.
Der Montag führte unsere Zehntklässler zunächst auf die Coulée verte René-Dumont, eine stillgelegte Bahntrasse, die heute als begrünter Spazierweg hoch über den Straßen verläuft – gewissermaßen das Pariser Pendant zur New Yorker High Line. Danach blieb Zeit, Paris auf eigene Faust zu entdecken: kleine Märkte, Geschäfte, Straßencafés oder einfach das bunte Leben der Stadt. Den stimmungsvollen Abschluss bildete der Abend auf dem Montmartre. Nach einem gemeinsamen Picknick auf den berühmten Treppen, mit Blick auf die Basilika Sacré-Cœur und den Sonnenuntergang über den Dächern von Paris, wurde vielen bewusst, dass manche Momente keine großen Worte brauchen.
Bevor es am Dienstag mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck zurück nach Weinheim ging, blieb noch Zeit für einen Bummel durch charmante Viertel wie das Marais, das Quartier Latin oder entlang des Canal Saint-Martin. Jeder fand noch einmal seinen ganz persönlichen Blick auf Paris – sei es in einer kleinen Buchhandlung, einem Straßencafé oder beim letzten Croissant der Reise.
Vor allem aber boten diese vier Tage etwas, das sich nicht auf einem Stadtplan markieren lässt. Die gemeinsame Zeit schuf neue Gespräche, neue Freundschaften und viele Begegnungen zwischen Schülerinnen und Schülern, die sich schon bald eine Kursstufe teilen werden. Diese Fahrt eröffnete nicht nur den Blick auf eine faszinierende Stadt, sondern auch aufeinander.
Mit vielen gemeinsamen Erinnerungen, jeder Menge gelaufener Kilometer und dem einen oder anderen französischen Ausdruck, der inzwischen erstaunlich selbstverständlich über die Lippen geht, kehrten unsere Zehner schließlich zurück. Bereit für den nächsten Abschnitt – bonjour, Kursstufe!
Vielen Dank an Frau Baumann, Herrn Blumentaler, Frau Bruckner und Herrn Gärtner für die Planung, Organisation und gut gelaunte Begleitung!
































