Zwischen Plakaten, Anschauungsmaterialien, neugierigen Fragen und angeregten Gesprächen entstand an unserer Schule ein ganz besonderer Nachmittag: Beim „Markt der Möglichkeiten“ wurden unsere Zehntklässlerinnen und Zehntklässler zu echten Expertinnen und Experten – und unsere Neuner zu interessierten Entdeckern ihrer möglichen Zukunftswege.
Im Mittelpunkt stand das sogenannte BOGY-Praktikum. BOGY bedeutet „Berufsorientierung am Gymnasium“ und gehört in Baden-Württemberg fest zum Schulalltag dazu. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern frühzeitig Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen, damit sie Interessen entdecken, Stärken kennenlernen und erste Ideen für ihren späteren Weg entwickeln können. Unsere Zehner hatten dafür eine Praktikumswoche in ganz unterschiedlichen Betrieben absolviert – von sozialen Einrichtungen über Handwerksbetriebe bis hin zu Unternehmen, Arztpraxen oder kreativen Berufen.
Beim Markt der Möglichkeiten gaben sie diese Erfahrungen nun an die Neuntklässler weiter. Mit viel Sorgfalt hatten sie ihre Präsentationen vorbereitet: Manche brachten Werkzeuge, Arbeitsmaterialien oder selbst gestaltete Plakate mit, andere überzeugten durch kreative Ideen, anschauliche Bilder oder besonders souveräne Beratungsgespräche - alle konnten ihre eigenen Stärken einbringen! Während einige durch aufwendig gestaltete Stände beeindruckten, punkteten andere mit ihrer offenen Art, ihrem Fachwissen oder ihrer Fähigkeit, komplizierte Dinge verständlich zu erklären.
Besonders schön war die Atmosphäre zwischen den Jahrgangsstufen. Unsere Zehner begegneten den Neunern nicht „von oben herab“, sondern unterstützten sie ehrlich und engagiert bei ihren ersten Schritten der Berufsorientierung. Sie berichteten offen von ihren Erfahrungen, beantworteten Fragen zu Ausbildungswegen, Studienmöglichkeiten, Verdienstchancen und Zukunftsperspektiven – und nahmen die Unsicherheiten der Jüngeren ernst. Diese Solidarität war überall spürbar.
Gleichzeitig zeigten die Neuntklässler großen Respekt für den Aufwand und die Mühe der Älteren. Sie hörten aufmerksam zu, stellten interessierte Fragen und nutzten die Gelegenheit, von den Erfahrungen der Zehner zu profitieren. So entstanden viele persönliche Gespräche, die weit über reine Berufsinformationen hinausgingen.
Der Markt der Möglichkeiten war damit weit mehr als eine schulische Pflichtveranstaltung. Er zeigte, wie Gemeinschaft gelebt werden kann: Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur miteinander, sondern auch voneinander. Unsere Zehner konnten erleben, dass ihr Wissen und ihre Erfahrungen wirklich hilfreich sind – ein starkes Gefühl von Selbstwirksamkeit. Und unsere Neuner gingen mit vielen neuen Eindrücken, Ideen und vielleicht sogar ersten Zukunftsplänen nach Hause.
Ein Nachmittag voller Austausch, Engagement und gegenseitiger Unterstützung – und ein schönes Beispiel dafür, wie lebendig Berufsorientierung sein kann!
Vielen Dank an Herrn Blumenthaler für die tolle Organisation dieser Premiere!






































