Manche Kursfahrten beginnen mit einem Programmpunkt – diese begann mit einer ungeplanten Lektion in Gelassenheit. Kaum in Wien angekommen, legte ein Stromausfall den Bahnverkehr teilweise lahm. Statt sich davon die Stimmung verderben zu lassen, bewies unsere K1 direkt zu Beginn Improvisationstalent, Geduld und Teamgeist. Mit etwas Flexibilität, gegenseitiger Unterstützung und der Erkenntnis, dass gute Geschichten selten ganz reibungslos beginnen, kamen am Ende dennoch alle gut im Hostel an.
Schon am Dienstag erkundete die Gruppe bei einer Rallye die Innenstadt. Dabei ging es vorbei am Stephansdom mit seinem markanten bunten Dach, durch verwinkelte Gassen und über Plätze, auf denen Geschichte und modernes Großstadtleben ganz selbstverständlich nebeneinanderstehen. Besonders beeindruckend fanden viele die Mischung aus Eleganz und Gelassenheit: prächtige Altbauten, historische Fiaker und gleichzeitig Straßenmusiker, junge Menschen und lebendige Cafés an jeder Ecke. Auch die gemeinsame Freizeit hat unsere K1 sehr genossen – erstaunlich oft ganz ohne Handy. Stattdessen wurde geredet, gelacht, Billard und Karten gespielt und gemeinsam die Stadt entdeckt.
Am Nachmittag stand das österreichische Parlament auf dem Programm. Das beeindruckende Gebäude mit seinen antiken Säulen erinnert bewusst an die Demokratie des alten Griechenlands. Während der Führung erhielten unsere Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die politische Arbeit Österreichs – und merkten schnell, wie ähnlich und gleichzeitig unterschiedlich politische Systeme im deutschsprachigen Raum funktionieren.
Ein echtes Highlight war der Tagesausflug nach Bratislava am Mittwoch. Die slowakische Hauptstadt liegt nur etwa eine Stunde von Wien entfernt und verbindet osteuropäischen Charme mit lebendiger Moderne. Besonders die Altstadt mit ihren kleinen Gassen, gemütlichen Plätzen und kuriosen Figuren aus Bronze begeisterte unsere Reisenden. Viele staunten darüber, wie schnell sich Kultur, Sprache und Atmosphäre trotz geografischer Nähe verändern können. Gleichzeitig sorgte die Herzlichkeit der Menschen dafür, dass sich alle sofort willkommen fühlte.
Kulinarisch hatte die Woche ebenfalls einiges zu bieten: Wiener Schnitzel, Kaiserschmarrn, Palatschinken oder süße Mehlspeisen beeindruckten unsere Reisegruppe mindestens genauso sehr wie die Sehenswürdigkeiten. Schnell wurde klar: Wien und Umgebung kann man nicht nur anschauen, sondern auch hervorragend schmecken.
Am Donnerstag beschäftigte sich die K1 im „Haus der Geschichte Österreich“ mit Vergangenheit und Gegenwart des Landes. Der Workshop zeigte anschaulich, wie Geschichte bis heute nachwirkt und Gesellschaften prägt. Danach ging es nach Schloss Schönbrunn, der ehemaligen Sommerresidenz der Habsburger. Die prachtvollen Räume, die riesigen Gärten und die Vorstellung vom höfischen Leben sorgten bei vielen für Staunen auch wenn wohl Einigkeit darüber herrschte, dass höfische Etikette im Schulalltag eher schwer umzusetzen wäre.
Und weil gute Geschichten manchmal einen passenden Rahmen brauchen, verabschiedete sich die Kursfahrt ähnlich, wie sie begonnen hatte: Auch zurück in Deutschland machte die Bahn ihrem Ruf alle Ehre und stellte den Heimweg noch einmal auf die Probe. Dass schließlich Eltern spontan einsprangen und Fahrgemeinschaften organisierten, zeigte einmal mehr, was unsere Schulgemeinschaft ausmacht: Zusammenhalt, Pragmatismus – und die Fähigkeit, auch kleine Widrigkeiten gemeinsam zu meistern.
Vielen Dank an unsere Eltern für die Hilfe und natürlich Frau Michels und Frau Schlicke für die Organisation und gelassene Betreuung!











































