Als draußen die Blätter raschelten, der Nebel morgens über unseren Pausenpark hing und der Herbst uns noch fest im Griff hatte, war die Zeit perfekt für Gespenster, Gänsehaut und ganz viel Fantasie. Genau diese Stimmung nutzten unsere Fünfer im Deutschunterricht, um sich mit einer besonders kreativen Unterrichtseinheit zu beschäftigen: Grusel- und Gespenstergeschichten.
Abwechslungsreich, lebendig und mit allen Sinnen tauchten unsere fünften Klassen in die Welt des spannenden Erzählens ein. Ganz nebenbei lernten sie dabei, wie eine gute Geschichte aufgebaut ist und befassten sich mit den Fragen: Wie entsteht eigentlich Spannung? Und wie lässt man sie langsam wieder abflauen, ohne dass die Geschichte ihren Zauber verliert?
Gemeinsam haben unsere Fünfer geforscht, gesammelt und ausprobiert. Welche Wörter klingen gruselig? Welche Orte lassen einem schon beim Lesen einen kleinen Schauer über den Rücken laufen? Und warum ist Mitternacht eindeutig spannender als 15 Uhr? Auch die wörtliche Rede spielte eine große Rolle – und natürlich die Erkenntnis, dass man beim Schreiben nicht immer „sagen“ sagen soll. Stattdessen entstanden ganze Wortfelder mit flüstern, murmeln, keuchen oder rufen, die den Texten Leben einhauchten.
Ein roter Faden führte durch die gesamte Einheit: das Gespenster-Casting. Unter dem Motto „Das Jenseits sucht den Supergeist“ begleiteten die Kinder die Kandidaten Heinrich, Jerome und Aurora auf ihrem Weg zum Titel. Mit Spannung verfolgten sie die einzelnen Stationen – und fieberten bis zum Schluss mit (Spoiler: Aurora machte das Rennen). Diese Rahmenhandlung sorgte für Motivation, Struktur und jede Menge Gesprächsstoff.
Auch spielerische Elemente kamen nicht zu kurz: Als Einstieg wurde ein Comic nachgespielt – mit so viel Begeisterung, dass wirklich alle einmal auf die „Bühne“ wollten. Und so wurde aus einem Schreibauftrag ein kreatives Abenteuer! Ob eigene Geschichten oder das Weiterschreiben vorgegebener Erzählanfänge – die Freude am Schreiben war überall spürbar.
Am Ende stand die Klassenarbeit, bei der unsere „Schreiberlinge“ zwischen zwei gruseligen Erzählanfängen wählen konnten: einem unheimlichen Haus oder einem spukenden Auftritt von Aurora bei unserem Adventscafé. Die Ergebnisse (hier ein Beispiel) zeigten eindrucksvoll, wie viel Potenzial in unseren Autorinnen und Autoren steckt – und dass Schule auch Raum für Muße, Fantasie und kreatives Arbeiten bietet. Ohne übertriebene Action, dafür mit viel Witz, Spannung und dem bei uns üblichen Augenzwinkern.
Vielen Dank an Frau Michels, Frau Ouillades und Frau Blau für diese gruselige Unterrichtseinheit!



