Wenn jeden Mittwoch fröhliches Stimmengewirr durch unsere Flure zieht und plötzlich kleine Jacken neben großen Rucksäcken hängen, dann ist wieder Projektzeit im Fach „Glück“. Seit vielen Jahren gehört dieses besondere Projekt fest zum achten Jahrgang – und jedes Mal zeigt sich aufs Neue, warum es für alle Beteiligten so wertvoll ist. Ein Schulhalbjahr lang begrüßen unsere Achter die zweiten Klassen der Pestalozzi-Grundschule und füllen den Begriff „Glück“ mit Leben.
Dabei geht es um weit mehr als Spiel und Spaß, auch wenn davon reichlich dabei ist. Die Achtklässlerinnen und Achtklässler übernehmen echte Verantwortung: Sie planen die Stunden selbstständig, entwerfen abwechslungsreiche Programme, bereiten Materialien vor und behalten den Überblick – selbst, wenn parallel Klassenarbeiten und Vokabeltest auf dem Programm stehen. Eigenverantwortlichkeit und Selbstwirksamkeit werden hier nicht erklärt, sondern erlebt.
Das Programm ist so bunt wie der Herbst im Pausenpark und Schlosspark, wo Bewegungsspiele für strahlende Gesichter sorgen. Wir bastelten zusammen, von Herbst- und Weihnachtsdeko über Adventskalender bis hin zu Freundschaftsarmbändern und bemalten Einkaufstaschen. Bei der Blindenführung lernten Groß und Klein, einander zu vertrauen, bei der Schulrallye eroberten die Grundschulkinder spielerisch unser Schulgelände. Gesellschaftsspiele förderten Geduld und Fairness, während eine Talentshow die vielfältigen Fähigkeiten unserer kleinen Gäste zeigte.
Besonders beeindruckend ist, wie schnell aus anfänglicher Zurückhaltung echtes Zusammenfinden wurde. Unsere Achter schlossen ihre Patenkinder sehr schnell ins Herz, ihre Freude war ansteckend, ihr Staunen erinnerte die Älteren daran, wie aufregend Schule sein kann. Gleichzeitig lernten unsere Achter andere Lebenswirklichkeiten kennen, übernahmen Verantwortung für Jüngere und wuchsen als Team zusammen. Ganz nebenbei entdeckten sie eigene Stärken im Erklären, Anleiten, Trösten oder Motivieren.
Auch für die Lehrkräfte ist diese Zeit etwas Besonderes. Sie erleben, wie achtsam und fürsorglich die Achtklässler mit ihren kleinen Gästen umgehen, wie ernsthaft sie ihre Rolle annehmen und wie viel Reife dabei sichtbar wird. Und nicht zuletzt profitiert die ganze Schulgemeinschaft: Die Jüngeren bringen Fröhlichkeit und Leichtigkeit ins Haus, die Älteren sammeln Erfahrungen, die bleiben.
Am Ende dieses Projekts sind nicht nur Freundschaftsarmbänder entstanden, sondern Beziehungen, Erinnerungen und ein tiefes Gefühl von Sinn. Eine erfüllende Zeit – für die Zweitklässler, für die Achtklässler und für alle, die dabei sein dürfen. Genau so fühlt sich Glück an.
Glückspausen














































































































