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Geteiltes Glück ...

Geteiltes Glück ...

Manchmal braucht es gar nicht viel, um anderen eine Freude zu bereiten. Ein paar gute Ideen, ein bisschen Mut, Verantwortung zu übernehmen – und natürlich Kinder, die mit leuchtenden Augen mitmachen. Genau das konnte unsere 8a im Unterrichtsfach „Glück“ erleben.

Das gesamte Projekt erstreckt sich über ein Schulhalbjahr. Woche für Woche kommen die Zweitklässlerinnen und Zweitklässler für eine Stunde zu uns ans PGW – oder treffen unsere Achter im Schlosspark, wenn das Programm dort stattfindet. Jede Gruppe übernimmt dabei mindestens einen dieser Termine und trägt die Verantwortung dafür, dass aus dieser Stunde ein besonderes Erlebnis wird. Umso wichtiger sind Organisation und Verlässlichkeit. Dass dabei nicht immer alles nach Drehbuch verläuft, gehört zu einem echten Projekt allerdings auch dazu. So bemerkte eine Gruppe mit leichter Verzögerung, dass ihre Einsatzstunde tatsächlich genau jetzt stattfand. Glücklicherweise bietet unser Pausenpark so viele Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten, dass innerhalb kürzester Zeit ein abwechslungsreiches Programm entstand – und die Grundschulkinder vermutlich nie erfahren werden, dass hier gerade eine kleine Meisterleistung spontaner Improvisation gelungen war.

Das Programm, das sich unsere 8a ausgedacht hatte, konnte sich sehen lassen: Beim Geschicklichkeitsparcours balancierten und kletterten die Kinder, bei Ballturnieren jubelten sie gemeinsam und feuerten sich gegenseitig an. Im Schlosspark luden Bewegungsspiele zum Austoben ein, beim Basteln entstanden kleine Kunstwerke und bei der Blindenführung wurde besonders deutlich, wie viel Vertrauen dazugehört, sich auf einen anderen Menschen einzulassen. Auch die „Schwankende Birke“, wenn man sich in die Arme der um einen herumstehenden Menschen fallen lassen muss, sorgte für spannende Momente – und für die wichtige Erfahrung, dass man sich auf andere verlassen kann.

Ganz nebenbei lernten unsere 8er dabei weit mehr als nur gute Spiele anzuleiten. Sie übernahmen Verantwortung für eine Gruppe, mussten spontan Entscheidungen treffen, Aufgaben verteilen und manchmal auch improvisieren, wenn etwas anders lief als geplant. Besonders wertvoll waren die vielen Begegnungen zwischen den älteren und jüngeren Kindern. Unsere Achtklässlerinnen und Achtklässler merkten schnell, wie unterschiedlich Kinder denken, handeln und auf Herausforderungen reagieren. Sie lernten zuzuhören, geduldig zu erklären und auf die Bedürfnisse ihrer kleinen Gäste einzugehen. Gleichzeitig erfuhren sie, wie viel sie bereits selbst können – eine Erfahrung, die oft nachhaltiger wirkt als jede Unterrichtsstunde.

Am Ende gingen viele glückliche Kinder nach Hause – auf beiden Seiten. Die Zweitklässlerinnen und Zweitklässler hatten gespielt, gelacht und Neues ausprobiert. Unsere Achter hatten erlebt, wie erfüllend es sein kann, ein wichtiger Bezugspunkt für andere zu sein und mit den eigenen Ideen einen Vormittag unvergesslich zu machen. Oder, wie es eine Zweitklässlerin beim Abschied ihre Lehrerin fragte: „Dürfen wir nächstes Schuljahr wieder Glück haben?“.

Schöner kann man wohl kaum ausdrücken, worum es in unserem Unterrichtsfach „Glück“ eigentlich geht.