Smartphones, Messenger, Games, Videos und Künstliche Intelligenz gehören für unsere Fünfer längst zum Alltag. Umso wichtiger ist es uns, die Kinder auf diesem Weg nicht allein zu lassen, sondern sie Schritt für Schritt zu einem sicheren, verantwortungsvollen und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien zu begleiten. Genau deshalb standen gleich zwei besondere Veranstaltungen auf dem Programm: ein Medienworkshop für unsere Fünftklässlerinnen und Fünftklässler sowie ein Online-Medieninfoabend für die Eltern der Klassenstufen 5 und 6.
Für die Schülerinnen und Schüler ging es dabei keineswegs um erhobene Zeigefinger oder Verbote. Stattdessen lernten sie ganz praktisch, wie Mediennutzung gelingen kann. Gemeinsam sprachen wir über Nutzungszeiten, Selbstkontrolle und Suchtprävention. Warum haben manche Apps oder Spiele eigentlich eine Altersfreigabe? Wie erkenne ich seriöse Informationen im Internet? Was passiert im Hintergrund, wenn Suchmaschinen oder Chatbots scheinbar genau wissen, wonach ich suche? Begriffe wie Big Data, Algorithmen oder Profiling wurden von der Dozentin Dr. Meike Uhrig verständlich erklärt und plötzlich greifbar.
Ebenso wichtig ist uns der Blick auf den Schutz im digitalen Alltag. Die Kinder erfuhren, welche technischen Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll sind, an wen sie sich im Ernstfall wenden können und warum es manchmal mutiger ist, Hilfe zu holen, als ein Problem allein lösen zu wollen. Gleichzeitig lernten unsere Fünfer altersgerechte und spannende Alternativen kennen, die zeigen: Digitale Medien können nicht nur unterhalten, sondern auch kreativ, lehrreich und inspirierend sein.
Der zweite Baustein des Projekts steht im Zusammenhang mit unserer Erziehungspartnerschaft: der Medieninfoabend für die Eltern. Denn Medienerziehung endet nicht mit dem Verlassen des Schulgeländes. Im Gegenteil: Sie gelingt dann besonders gut, wenn Schule und Elternhaus gemeinsam an einem Strang ziehen. Deshalb erhielten die Eltern fundierte Einblicke in die digitalen Lebenswelten ihrer Kinder. Themen wie Nutzungszeiten, Mediensucht, technische Schutzmaßnahmen, Warnsignale und Handlungsmöglichkeiten wurden praxisnah erläutert. Unser Ziel ist es nicht, Unsicherheiten zu schüren, sondern Sicherheit zu geben und Eltern darin zu bestärken, kompetente Entscheidungen zu treffen, die ihre Kinder schützen und begleiten.
Mit Dr. Meike Uhrig konnten wir dafür eine ausgewiesene Expertin gewinnen. Die Medienwissenschaftlerin forscht seit vielen Jahren zur Wirkung digitaler Medien und Emotionen, arbeitete unter anderem an den Universitäten Tübingen, Mainz und an der Stanford University in den USA und leitet heute das Media+Emotion Lab. In ihren Workshops verbindet sie wissenschaftliche Erkenntnisse mit alltagsnahen Beispielen – verständlich, praxisorientiert und immer mit Blick auf die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen.
Am PGW verstehen wir Bildung ganzheitlich. Neben fachlichem Wissen möchten wir unsere Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, sich sicher und verantwortungsvoll in einer zunehmend digitalen Welt zu bewegen. Gleichzeitig sehen wir Eltern als unverzichtbare Partner in diesem Prozess. Nur gemeinsam können wir Kinder darin stärken, Chancen digitaler Medien zu nutzen, Risiken zu erkennen und selbstbewusst Entscheidungen zu treffen.
Denn Medienkompetenz bedeutet heute weit mehr als Technik zu beherrschen. Sie bedeutet, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen – online genauso wie offline.