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Segel hissen im IJsselmeer!

Segel hissen im IJsselmeer!

Montagmorgen, 6:00 Uhr. Während viele noch einmal die Schlummertaste gedrückt hätten, hieß es für unsere Achter bereits: Leinen los! Na gut – zunächst einmal Koffer verladen und auf nach Enkhuizen. Dort warteten drei Segelschiffe auf ihre neuen Mannschaften und damit eine Woche voller Wind, Wasser, Teamgeist und unvergesslicher Erlebnisse.

Bevor die Segel überhaupt gesetzt werden konnten, stand eine Aufgabe an, die mindestens genauso viel Organisation verlangte: Gemeinsam haben unsere Seebärinnen und Seebären die Vorräte für die gesamte Woche eingeräumt und sortiert. Schnell zeigte sich, dass Segeln weit mehr bedeutet, als den Wind zu genießen. Jede packte mit an, jeder wurde gebraucht. Oder, wie einer der Matrosen treffend sagte: „Viele Hände, schnelles Ende.“ Ein Satz, der uns die ganze Woche begleiten sollte – beim Kochen, Aufräumen, Einkaufen und natürlich auf dem Wasser.

Nach der Einweisung in die Kunst des Segelns nahm die Flotte Kurs auf Volendam, später ging es weiter nach Hoorn und schließlich zurück nach Enkhuizen. Anfangs versteckte sich die Sonne noch hinter den Wolken, doch mit jedem Tag wurde das Wetter besser. Am Ende zeigte sich das IJsselmeer von seiner schönsten Seite – mit blauem Himmel, angenehmem Wind und sommerlichen Temperaturen.

An Bord merkten unsere Achter sehr schnell: Ein Segelschiff funktioniert nur als Team. Segel setzen, Leinen bedienen oder das Schiff auf Kurs halten – all das gelingt nur, wenn alle zusammenarbeiten. Dabei erlebten unsere Schülerinnen und Schüler ganz unmittelbar, wie viel sie gemeinsam erreichen können. Jeder Handgriff zählt, jeder Beitrag macht einen Unterschied. Ein besseres Beispiel für Selbstwirksamkeit lässt sich kaum finden.

Mindestens genauso schön waren die ruhigen Momente dazwischen. Auf dem Wasser gibt es immer wieder Phasen, in denen der Wind das Kommando übernimmt. Zeit, Werwolf-Runden zu starten oder miteinander über dies und jenes zu sprechen. Manche verbrachten viel Zeit mit den Matrosen und erfuhren Spannendes über das Leben an Bord. Andere genossen einfach die Sonne auf dem Deck und ließen den Blick über das Wasser schweifen. Egal, wie unsere Achter die Phasen des Nichtstun verbrachten -  dass Langeweile kann manchmal erstaunlich kreativ machen!

Natürlich blieb auch an Land Zeit zum Entdecken. Die kleinen Hafenstädte Volendam und Hoorn luden zum Bummeln ein – wobei die niederländischen Supermärkte bei vielen ganz oben auf der Liste standen. Süßigkeiten, die es zu Hause nicht gibt? Hier waren natürlich ausgiebige Testungsreihen vonnöten! Ballspiele auf den Hafenplätzen, gemeinsames Erkunden der Orte und stetes Geplänkel über die Klassengrenzen hinweg rundeten die Freizeit ab.

Zu den lustigsten Erinnerungen gehören sicherlich der Möwenangriff auf eine Portion Pommes, ein Kissen, das unfreiwillig baden ging, ein Ball samt Kescher, die Bekanntschaft mit dem IJsselmeer machten, ein Concealer, der den Weg in die Toilette statt ins Kosmetiktäschchen fand, und ein Schüler, der voller Stolz zum ersten Mal in seinem Leben Gurken schnitt. Auch die Wasserschlacht zwischen den drei Klassen und die Wasserpistolen-Duelle sorgten für jede Menge Gelächter.

Ein besonderer Höhepunkt wartete am Donnerstagabend: Beim gemeinsamen Grillen aller drei Klassen kamen noch einmal alle zusammen. Es wurde erzählt, gelacht und auf eine Woche zurückgeblickt, die viele gerne verlängert hätten. Zuvor hatte das Zuiderzeemuseum mit seiner Schnitzeljagd gezeigt, wie die Menschen rund um das IJsselmeer früher lebten und arbeiteten – ein spannender Blick in die Geschichte der Region.

Am Freitag hieß es schließlich Abschied nehmen – von den Skippern, den Matrosen und einer Woche, die uns allen gezeigt hat, dass Gemeinschaft entsteht, wenn jeder Verantwortung übernimmt. Oder um es mit den Worten der Crew zu sagen: Viele Hände, schnelles Ende – und gemeinsam macht der Wind einfach mehr Spaß.

Vielen Dank an Frau Paulsen und Frau Behnam sowie an Frau Juppien, Herrn Göcke, Herrn Metzner und Herrn Rahn, für die Organisation dieser Fahrt und die humorvolle Betreuung an Land und zur See, an Deck und in der Kombüse!