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Galilei'sche Momente

Galilei'sche Momente

Der Blick zum Himmel lohnte sich an diesem Abend ganz besonders: Schülerinnen und Schüler unseres NWT-Profils  trafen sich gemeinsam mit vier Lehrkräften, Eltern und sogar einigen Geschwistern zu einem ganz besonderen Sternegucken auf dem Schulgelände. Und schnell wurde klar: Hier ging es nicht nur um Sterne, sondern auch um Forschungsgeist, Begeisterung und die große Freude daran, etwas Eigenes zum Funktionieren zu bringen.

Im Fach Naturwissenschaft und Technik (NWT) verbinden wir Theorie und Praxis auf besonders anschauliche Weise. Unsere Schülerinnen und Schüler tüfteln, bauen, planen und experimentieren – oft mit echtem Werkzeug in der Hand statt nur mit iPads, Stift und Papier. In der neunten Klasse steht der Bau eigener Teleskope auf dem Programm. Präzises Arbeiten ist gefragt: Unsere Forschenden müssen Spiegel exakt ausrichten, Bauteile sauber montieren und bei ihren  Konstruktionen auf Stabilität achten. Nur so kann man die unendlichen Weiten des Sternenhimmels - und nicht die Teleskopwand - in Augenschein nehmen und bewundern!

Umso größer war die Freude, als die selbstgebauten Geräte tatsächlich beeindruckende Bilder lieferten! Mit zwei besonders gelungenen Exemplaren beobachteten die Sternenbegeisterten Kraterlandschaften auf dem Mond, Schattenwürfe an Bergen und sogar die letzten Sonnenstrahlen auf einzelnen Mondspitzen – fast so, als könnte man dort oben gerade den Sonnenuntergang verfolgen.

Herr Nowaczinski, leidenschaftlicher Hobby-Astronom, brachte zusätzlich sein professionelles Teleskop mit. Dieses Hightech-Gerät verfügt über automatische Sternfindung und motorisierte Nachführung. Während die selbstgebauten Modelle wegen der Erdrotation nachjustiert werden mussten - „Jupiter ist schon wieder weg!“ - blieb bei Herrn Nowacziskis Modell das Himmelsobjekt gut erkennbar im Bild. Ein solches Teleskop sammelt übrigens nicht nur viel Licht, sondern zeigt Objekte auch besonders kontrastreich und detailgenau – und genau das begeisterte alle Anwesenden!

Der Jupiter erwies sich als echter Star des Abends. Neben seinen vier galileischen Monden konnten wir auch Io entdecken, den berühmten Vulkanmond, der laut einigen Schülerinnen und Schülern „aussieht wie eine Pizza“. Europa dagegen faszinierte als möglicher Kandidat für außerirdisches Leben unter einer dicken Eisschicht. Die Raumsonde „Juice“, die sich derzeit dorthin aufmacht, konnten wir zwar nicht entdecken – dafür aber gefühlt ungefähr tausend Starlink-Satelliten, die quer über den Himmel zogen.

Auch die Venus bekam ihren Auftritt. Der „Planet der Liebe“ klingt zwar romantisch, entpuppt sich astronomisch aber eher als höllischer Ort mit 450 Grad Celsius und Schwefelsäureregen. Wieder etwas gelernt: Nicht alles, was hübsch leuchtet, ist gemütlich.

Zwischen Doppelsternen, Mythologie und Gesprächen über die Namensgebung von Sternbildern entwickelte sich ein ser beschwingter Abend. Alle habe es genossen, gemeinsam zu beobachteten, zu diskutierten und - natürlich - zu staunen.

Wieder einmal haben wir gesehen, wie lebendig Unterricht werden kann, wenn Theorie und Wirklichkeit zusammenfinden. Unsere Schülerinnen und Schüler erlebten, dass präzises Arbeiten, Teamwork und Ausdauer zu etwas führen, das man wortwörtlich sehen kann. Oder anders gesagt: Wer dranbleibt, kann am Ende sogar nach den Sternen greifen.

Vielen Dank an Herrn Brems und Herrn Nowacziski, dass sie unseren Forschenden diese faszinierenden Erkenntnisse ermöglicht haben!