Es gibt viele Möglichkeiten, ein Schuljahr zu beenden. Man könnte den letzten Stoff noch schnell abhaken, die Ferien herbeisehnen oder im Klassenzimmer die Minuten bis zum Stundenende zählen. Wir haben uns für eine deutlich aktivere Variante entschieden: den FiF-Tag – Fit in die Ferien.
Deshalb tauschen wir am vorletzten Schultag Hefte gegen Trikots, Stifte gegen Bälle und Klassenzimmer gegen das Sepp-Herberger-Stadion. Was auf den ersten Blick wie ein großes Sportturnier aussieht, ist für uns viel mehr: ein gemeinsamer Abschluss eines Schuljahres, den wir als gesamte Schulgemeinschaft erleben möchten.
Nach vielen Monaten voller Klassenarbeiten, Referate und Projekte tut es gut, die Rollen einmal zu wechseln. Plötzlich wird aus der stillen Sitznachbarin die treffsicherste Völkerballspielerin der Klasse, der Mathe-Profi entpuppt sich als Fußballstratege und so mancher merkt beim Ultimate Frisbee ziemlich schnell, dass die Scheibe zwar elegant fliegt – man selbst ihr aber erstaunlich häufig hinterherlaufen muss.
Schon am Morgen herrscht im Stadion eine besondere Stimmung. Überall werden Mannschaften zusammengestellt, Taktiken diskutiert und erste Schlachtrufe ausprobiert. Natürlich möchte jede Klasse möglichst weit vorne landen. Ehrgeiz gehört schließlich genauso zu einem Turnier wie der Ball zum Fußball. Gleichzeitig zeigt sich Jahr für Jahr etwas, das uns mindestens genauso wichtig ist: Es wird fair gespielt, gemeinsam gejubelt, füreinander gekämpft und nach einer Niederlage oft genauso herzlich abgeklatscht wie nach einem Sieg.
Für Bewegung ist in allen Altersstufen gesorgt. Während unsere Fünft- bis Achtklässler auf dem Fußball- und Völkerballfeld alles geben, messen sich die Neuntklässler zusätzlich beim Ultimate Frisbee. Schnell wird klar: Nicht die spektakulärste Einzelaktion entscheidet ein Spiel, sondern die Mannschaft, die miteinander spricht, sich unterstützt und als Team auftritt.
Natürlich kostet so viel Einsatz Energie. Zum Glück wartet mittags bereits unser Mensateam mit Wraps, Getränken und – mindestens genauso wichtig – einem Eis auf alle Sportlerinnen und Sportler. Spätestens jetzt werden aus hitzigen Diskussionen darüber, ob der Ball wirklich im Aus war, entspannte Gespräche über die schönsten Szenen des Tages.
Den Abschluss bildet traditionell die Siegerehrung. Natürlich freuen sich die Gewinnerinnen und Gewinner über ihre Pokale und Urkunden. Fast noch schöner ist allerdings der Moment, wenn alle gemeinsam auf der Tribüne sitzen, applaudieren und das Schuljahr miteinander ausklingen lassen.
Genau deshalb gehört der FiF-Tag für uns fest zum Schuljahresende. Schule besteht nicht nur aus Unterricht, sondern auch aus gemeinsamen Erlebnissen. Aus Tagen, an denen man sich gegenseitig anfeuert, über sich hinauswächst und merkt, dass Gemeinschaft manchmal ganz einfach entsteht – mit einem Ball, einer Frisbee und vielen Menschen, die gemeinsam einen richtig schönen Tag verbringen.
Und ganz nebenbei gilt auch in diesem Jahr wieder: Wer am FiF-Tag alles gegeben hat, hat sich die Sommerferien wirklich verdient.





















