„Battle of the Books“. Was zunächst ziemlich martialisch klingt, entwickelte sich bei der diesjährigen Büchermesse unserer Neuner schnell zu einem lebendigen Marktplatz voller Geschichten, Kreativität und beeindruckender Sprachkompetenz. Die Mensa duftete nach frisch gebackenen Cookies, Bagels und anderer Spezialitäten und auf den Tischen stapelten sich Requisiten, Plakate, selbst gestaltete Spiele und liebevoll dekorierte Ausstellungsstücke. Zwischen all dem standen unsere drei neunten Klassen – und sprachen. Ausschließlich Englisch. Schließlich lautet bei Battle of the Books seit vielen Jahren eine goldene Regel: „English only“!
Die Book Fair bildet traditionell den Höhepunkt unseres Literaturprojekts, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler über mehrere Wochen intensiv mit englischsprachigen Jugendromanen beschäftigen. Doch wer glaubt, am Ende gehe es lediglich darum, den Inhalt eines Buches zusammenzufassen, unterschätzt unsere Neuner gewaltig.
Jede Gruppe verwandelte ihren Roman in ein kleines Erlebnis. Da entstanden Instagram-Accounts für Romanfiguren, knifflige Quizze, deren Lösungen sich erst nach dem Vortrag erschlossen, detailreiche Kulissen und kreative Mitmachaktionen. Die drei Klassen hatten gebastelt, gebaut, gebacken und dekoriert – manchmal wahrscheinlich länger als so manche Vorbereitung für Klassenarbeiten (?)! Überall steckte sichtbar Herzblut drin.
Dann öffneten sich die „Messetore“. Schülerinnen und Schüler der höheren Klassenstufen sowie zahlreiche Lehrkräfte schlenderten neugierig von Stand zu Stand. Besonders erfreulich: Die Regel „English only“ galt nicht nur für die Präsentierenden. Auch die Besucherinnen und Besucher hielten sich mit beeindruckender Konsequenz daran. Wer eine Frage stellen wollte, tat das auf Englisch. Wer ins Gespräch kam, blieb ebenfalls bei Englisch. Und siehe da: Es funktionierte erstaunlich selbstverständlich.
Natürlich fanden auch die kulinarischen Beiträge großen Anklang – schließlich lässt sich über Literatur mit einem Cookie in der Hand bekanntlich besonders gut diskutieren. Mindestens genauso groß war jedoch das Interesse an den Büchern selbst. Viele Gäste blieben lange an den Ständen, stellten Fragen, knobelten an den Quizzen und ließen sich von der Begeisterung unserer Schülerinnen und Schüler anstecken. Das viele positive Feedback zeigte eindrucksvoll, dass sich die intensive Vorbereitung mehr als gelohnt hatte.
Genau darum geht es bei „Battle of the Books“. Der Englischunterricht verlässt das Klassenzimmer und wird lebendig. Unsere Schülerinnen und Schüler präsentieren frei vor Publikum, beantworten spontane Fragen, argumentieren, improvisieren und erleben, dass sie eine Fremdsprache nicht nur beherrschen, sondern tatsächlich nutzen können. Gleichzeitig kommen Talente zum Vorschein, die im Unterricht oft verborgen bleiben: Kreativität, Organisationstalent, Teamwork oder die Fähigkeit, andere mit einer Idee zu begeistern.
Und als die letzten Besucherinnen und Besucher sich auf den Weg in ihre Klassenzimmer (und zum Spendenlauf) machten? Da verschwanden Stellwände, Plakate und Requisiten fast genauso schnell, wie sie aufgebaut worden waren. Alle packten selbstverständlich mit an. Auch gemeinsames Aufräumen hinterlässt das gute Gefühl, gemeinsam etwas Besonderes auf die Beine gestellt zu haben.
„Battle of the Books“ ist deshalb weit mehr als ein Englischprojekt. Es ist eine Tradition, die jedes Jahr aufs Neue zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Sprachkompetenz, Kreativität und Teamgeist zusammenkommen – und dass gute Geschichten am schönsten sind, wenn man sie miteinander teilt.



































